Der TSV Anderten hat sich am Samstagabend vor 200 Zuschauern in der Sporthalle Misburg mit 33:33 (19:14) von der MT Melsungen II getrennt. Zur Pause lagen die Gastgeber noch mit fünf Toren vorn, der Ausgleich fiel 24 Sekunden vor dem Ende. Nach zwei Niederlagen in Folge gibt es damit wieder einen Punkt. Nach acht Saisonspielen steht Anderten mit 9:7 Punkten auf Platz sieben. Cheftrainer Robin John fehlte, da er mit der Beachhandball-Nationalmannschaft beim EHF Beach Handball Champions Cup 2026 in Portugal im Einsatz war. Co-Trainer Nenad Pancic betreute die Mannschaft gemeinsam mit Ulli Haak.
Holpriger Start, starker Endspurt vor der Pause
Jesper Langeheine traf nach 36 Sekunden zum 1:0, doch die Gäste übernahmen schnell die Kontrolle und führten in der siebten Minute mit 6:4. Anderten glich zwar zum 7:7 (12.) und 8:8 (13.) aus, lief aber bis zum 11:13 (21.) weiter einem Rückstand hinterher. „Wir sind nicht optimal reingekommen und haben noch nicht so rund verteidigt. Die Harmonie zwischen Abwehr und Torwart hat noch nicht ganz funktioniert“, sagte Pancic. „Wir haben uns aber Stück für Stück wieder herangearbeitet.“
In den letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit kippte die Partie. Luc Depping verkürzte, David Sauß traf doppelt zum 14:13 (24.), der ersten Anderter Führung seit dem 4:3. Sebastian Czok erhöhte, zweimal Robin Müller, Fynn Brandes und 15 Sekunden vor der Pause erneut Sauß sorgten für das 19:14. Ein 8:1-Lauf, der auch an der Siebenmeterbilanz hing: Melsungen vergab in der ersten Halbzeit vier Strafwürfe. „In den letzten zehn Minuten haben wir sehr, sehr stark gedeckt, und unsere Chancenausbeute war sehr gut. 19 eigene Tore und 14 Gegentore sind für eine Halbzeit ein sehr gutes Ergebnis“, so Pancic. „Vor allen Dingen muss man Jonas Lange loben, der in der ersten Halbzeit vier Siebenmeter pariert. Das ist herausragend.“
Melsungen kämpft sich zurück
Nach dem Wechsel baute Czok den Vorsprung zum 21:15 (34.) sogar auf sechs Tore aus. Danach riss der Faden. Die Gäste verkürzten auf 22:20 (38.) und glichen in der 43. Minute zum 23:23 aus. „Wir kommen aus der Halbzeit raus und sind in der Abwehr wieder nicht so optimal. Vorne treffen wir nicht mehr mit dieser Quote, dementsprechend schrumpft unsere Führung nach und nach“, erklärte Pancic.
Es folgte eine offene Schlussphase, in der Anderten immer wieder vorlegte und Melsungen jedes Mal antwortete, bis zum 30:30 (53.). Langeheine brachte die Gastgeber in der 55. Minute erneut nach vorn, doch Björn Prinz und Lino Duketis drehten die Partie zum 31:32 (57.). Brandes glich aus, Depping traf zum 33:32 (59.). Nach einer Auszeit der Gäste erzielte Elias Wöhler den Ausgleich. Anderten nahm 15 Sekunden vor Schluss die letzte Auszeit. „Wir haben alles super besprochen und auch super ausgeführt, leider geht der Wurf mit Pech an den Pfosten. Das wäre eine schöne Krönung gewesen“, sagte Pancic. „Die Jungs haben gefightet, aber das letzte Quäntchen Glück hat gefehlt.“
Ein Punkt mit gemischten Gefühlen
Bester Anderter Werfer war Luc Depping mit sieben Treffern, der damit bereits bei 49 Saisontoren steht. Robin Müller kam auf sechs, David Sauß auf fünf Tore. Anderten kassierte fünf Zeitstrafen. „Ein, zwei unnötige Zwei-Minuten-Strafen hätten nicht sein müssen, aber das gehört irgendwie zum Business dazu“, meinte Pancic, der den Gegner nicht kleinreden wollte: „Wir hatten besprochen, dass wir Melsungen auf keinen Fall unterschätzen dürfen. Sie haben so gut wie immer knappe Ergebnisse gehabt.“ Sein Fazit: „Hätten wir die fünf Tore konstant und stabil gehalten, wäre das zum Ende hin eine andere Nummer gewesen. Es ist schade, es hätten zwei Punkte sein sollen.“
Viel Zeit zum Nachdenken bleibt nicht. Schon am kommenden Samstag empfängt Anderten den VfL Fredenbeck, der mit 6:10 Punkten auf Platz zwölf steht und zuletzt zu Hause mit 25:33 gegen den TuS Vinnhorst verlor. „Jetzt müssen wir uns unter der Woche auf das nächste Spiel fokussieren. Wir geben unser Bestes und bleiben immer positiv“, sagte Pancic. Anwurf ist am Samstag, 24. Oktober 2026, um 19:15 Uhr in der Sporthalle Misburg. Tickets gibt es online unter im Ticketshop und an der Abendkasse. Die Mannschaft freut sich auf eine volle Halle und lautstarke Unterstützung. Wer nicht dabei sein kann, verfolgt die Partie im Livestream auf Sporteurope.TV.
