Was für ein Handballabend in der Sporthalle Misburg! Der TSV Anderten hat das Stadtderby gegen den TuS Vinnhorst mit 41:34 (15:17) gewonnen und dabei insbesondere in der zweiten Halbzeit eine beeindruckende Vorstellung abgeliefert. Vor 450 Zuschauern entwickelte sich zunächst das erwartet intensive Derby, ehe die Gastgeber nach dem Seitenwechsel wie entfesselt aufspielten und sich den verdienten Erfolg sicherten.
Dabei verlief der Beginn alles andere als nach Plan. Vinnhorst erwischte den deutlich besseren Start und setzte sich früh auf 4:0 ab. Der TSV Anderten leistete sich in der Anfangsphase einige technische Fehler und ließ zudem gute Torchancen ungenutzt. Erst nach und nach fand die Mannschaft besser in die Begegnung. Vor allem der erst 20-jährige Philipp Theiler übernahm Verantwortung und hielt seine Mannschaft mit vier Treffern in der ersten Halbzeit im Spiel. Auch Fynn Brandes und Henrik Kollmeier sorgten dafür, dass der Rückstand nicht weiter anwuchs. Dennoch ging der TSV mit einem 15:17-Rückstand in die Halbzeitpause.
Trainer Robin John zeigte sich mit dem Verlauf der ersten 30 Minuten dennoch zufrieden: „Wir kommen relativ schwer rein ins Spiel, haben ein paar technische Fehler und Fehlwürfe und kämpfen uns dann so nach und nach ins Spiel rein. Wir sind zur Halbzeit noch in Schlagdistanz – und genau das war auch das, was wir wollten.“
Wie ausgewechselt nach der Pause
Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich der TSV Anderten wie verwandelt. Zwar erhöhte Vinnhorst zunächst noch auf 19:15, doch anschließend übernahmen die Gastgeber endgültig die Kontrolle. Über 21:21 gelang der Ausgleich, ehe Henrik Kollmeier erstmals wieder die Führung zum 23:22 (40.) erzielte. Von diesem Moment an spielte sich der TSV förmlich in einen Rausch.
Großen Anteil daran hatte Torhüter Colin Räbiger, der nach seiner Einwechslung mit zahlreichen Paraden zum entscheidenden Rückhalt wurde. „Mit Colin Räbiger im Tor, der im Laufe der zweiten Halbzeit auf 42 Prozent gehaltene Bälle kommt, spielen wir die zweite Halbzeit wie in einem Rausch“, lobte Robin John seinen Schlussmann.
Doch nicht nur die Torhüterleistung überzeugte. Die Anderter verteidigten nun deutlich aggressiver, provozierten Fehler des Gegners und nutzten diese konsequent für einfache Tore. Im Angriff lief der Ball flüssig durch die eigenen Reihen und nahezu jeder Angriff fand eine erfolgreiche Lösung.
„Es war dann wirklich mannschaftlich überragende Abwehrarbeit und überragende Angriffe. Dafür kann man wirklich nur lobende Worte finden“, so John.
Auch offensiv setzte der TSV zahlreiche Akzente. Fynn Brandes war mit acht Treffern erfolgreichster Torschütze der Gastgeber. Robin Müller, Luc Depping und Henrik Kollmeier steuerten jeweils sechs Tore bei. Niklas Koch überzeugte mit fünf Treffern, David Sauß und Philipp Theiler waren jeweils viermal erfolgreich. Damit verteilte sich die Verantwortung auf viele Schultern – ein Beleg für die geschlossene Mannschaftsleistung.
Ein Derby-Sieg mit Ausrufezeichen
Spätestens in der Schlussphase ließ der TSV Anderten keine Zweifel mehr aufkommen. Über 36:30 und 39:32 bauten die Gastgeber ihren Vorsprung kontinuierlich aus, ehe Robin Müller mit zwei Treffern in der letzten Minute den Schlusspunkt zum 41:34 setzte. Ein Ergebnis, das nach dem Verlauf der ersten Halbzeit kaum jemand erwartet hätte. ActaCompleta.pdfPDF
Auch Trainer Robin John ordnete den Erfolg entsprechend ein: „Am Ende steht ein auch in der Höhe nicht zu erwartender, aber absolut verdienter Derbysieg gegen Vinnhorst. Über die gesamten 60 Minuten gesehen war das ein überragendes Spiel von uns.“
Mit dem deutlichen Derbyerfolg setzt der TSV Anderten ein starkes Ausrufezeichen in der 3. Liga Nord-West und belohnt sich für eine herausragende zweite Halbzeit.
Weiter geht es für den TSV Anderten bereits am kommenden Samstag, 19. September 2026. Dann empfängt die Mannschaft von Trainer Robin John den VfL Eintracht Hagen II zum nächsten Heimspiel in der Sporthalle Misburg. Anwurf ist um 19.15 Uhr. Nach dem überzeugenden Derbyerfolg möchte der TSV den positiven Trend fortsetzen und gemeinsam mit den eigenen Fans die nächsten Punkte einfahren. Tickets sind bereits online unter tsvanderten.reservix.de sowie am Spieltag an der Abendkasse erhältlich.
Foto: Florian Petrow
