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Anderten schlägt Varel dank starker zweiter Halbzeit

Nach drei Niederlagen in Folge gegen Spitzenteams der 3. Liga Männer Staffel Nord-West hat der TSV Anderten im Heimspiel gegen die HSG Varel eine beeindruckende Reaktion gezeigt. Vor 250 Zuschauern in der Sporthalle Misburg gewann das Team von Trainer Robin John am Samstagabend mit 35:31 (14:18) – nach einer Leistungssteigerung im zweiten Durchgang.

Schleppender Start – Varel dominiert erste Hälfte

Die Gäste aus Friesland begannen dynamisch und zeigten insbesondere durch Nicholas Beck und Mohamad Sibahi ihre Torgefahr. Der TSV Anderten fand trotz eines engagierten Beginns keinen defensiven Zugriff auf die Vareler Rückraumschützen. Auch in der Torhüterleistung fehlten zu Beginn die entscheidenden Paraden. So gingen die Gäste mit einer 18:14-Führung in die Halbzeitpause.

„Wir waren in der ersten Halbzeit nicht griffig genug in der Abwehr und hatten auch keine ganz so gute Torhüterleistung“, analysierte Trainer Robin John nach dem Spiel.

Defensivumstellung als Wendepunkt

Mit Beginn der zweiten Hälfte stellte Anderten auf eine kompakte 6:0-Deckung um – ein Schlüsselmoment der Partie. Rückkehrer Max Mäkel und Flavio Pichiri stabilisierten das Abwehrzentrum merklich. Zudem überzeugten Jonas Lange und Lasse Andresen im Tor mit mehreren wichtigen Paraden. „Wir sind sehr froh, dass Max und Flavio wieder da sind“, betonte John.

Auch offensiv spielte sich der TSV in einen Rausch. David Sauß (7 Tore) und Sebastian Czok (4 Tore) gingen voran und übernahmen Verantwortung in kritischen Phasen. Der pfeilschnelle Fin Backs verwandelte alle fünf Siebenmeter souverän und erzielte insgesamt acht Treffer. Auf Rechtsaußen war Luc Depping kaum zu stoppen – mit acht Toren und einer Quote von 2/3 von der Linie.

Späte Entscheidung und Knotenlöser

In der Schlussphase hielt Anderten das Tempo hoch. Zwischen der 48. und 59. Minute zog die Mannschaft mit einem 8:3-Lauf auf 35:30 davon und entschied die Partie vorzeitig. Varel gelang in der Schlussminute nur noch Ergebniskosmetik zum 35:31-Endstand.

„Vorne hat einfach sehr viel geklappt, muss man sagen. Wir hatten ein gutes Kreisspiel mit Tim Kreth, später haben wir dann auch unsere Außen eingebunden. Ich bin sehr, sehr zufrieden – das war für einige ein Knotenlöser“, so ein erleichterter Robin John nach Abpfiff.

Blick auf das Weihnachtsspiel

Mit dem Heimsieg verschafft sich der TSV Anderten Luft im Tabellenkeller. In zwei Wochen wartet mit dem Heimspiel gegen den VfL Fredenbeck das letzte Spiel des Jahres. Ziel ist es, vor heimischem Publikum erneut zu punkten und das Jahr erfolgreich abzuschließen.

„Am Ende sind es auch nicht mehr als zwei Punkte“, mahnt John. „Wir müssen in zwei Wochen nachlegen und wollen dann unser Weihnachtsspiel gegen Fredenbeck gewinnen.“

Kämpferischer Auftritt trotz Niederlage

Trotz einer erneut angespannten Personalsituation zeigte der TSV Anderten am Samstagabend eine couragierte Leistung gegen den bislang ungeschlagenen TV Emsdetten. In der heimischen Sporthalle Misburg unterlag Anderten dem Tabellenführer mit 30:35 (18:19) – das Ergebnis spiegelt jedoch nur bedingt den Spielverlauf wider .

Mutiger Auftritt in Durchgang eins

Vor 220 Zuschauerinnen und Zuschauern startete der TSV selbstbewusst in die Partie und lieferte dem Favoriten aus Emsdetten eine starke erste Halbzeit. Im Positionsangriff erspielte man sich gute Chancen, in der Abwehr verteidigte man konsequent. Besonders in den Anfangsminuten glänzten David Sauß, Fynn Brandes und Sebastian Czok mit Treffern. Lediglich eine Phase zwischen der 10. und 15. Minute, in der das Tempospiel des TVE zum Tragen kam, sorgte für einen Rückstand von bis zu vier Toren. Doch die Mannschaft kämpfte sich zurück und ging mit einem knappen 18:19 in die Kabine .

Gegnerische Klasse setzt sich durch

Auch in Hälfte zwei hielt Anderten lange Zeit stark dagegen. Bis zur 40. Minute war der Rückstand nie höher als vier Tore. Doch Emsdettens breite Bank und das konsequente Tempospiel machten sich bemerkbar. Eric Damböck (9 Tore, davon 6 per Siebenmeter) und Fynn Jarik Hasenkamp (6 Tore) führten ihr Team durch entscheidende Phasen. Beim Stand von 21:28 in der 43. Minute schien die Partie entschieden, doch Anderten gab sich nicht auf – und kämpfte sich bis kurz vor Schluss wieder auf fünf Tore heran.

Individuelle Highlights und mannschaftliche Geschlossenheit

Mit jeweils sieben Treffern waren Fynn Brandes und Luc Depping die besten Werfer auf Anderter Seite. Brandes überzeugte einmal mehr mit seiner Dynamik, Depping traf unter anderem viermal vom Siebenmeterpunkt sicher. Auch David Sauß (5 Tore) und Sebastian Czok (5 Tore) setzten wichtige Akzente. Im Tor zeigte Lasse Andresen erneut eine starke Leistung – insbesondere in der Anfangsphase gab er der Defensive wichtigen Rückhalt.

Pancic lobt Teamgeist und Entwicklung junger Spieler

„Gegen einen Top-Favoriten wie Emsdetten muss man fast fehlerlos spielen. Aber ich bin stolz auf die Leistung unserer Mannschaft“, so Co-Trainer Nenad Pancic nach der Partie. „Besonders erfreulich ist die Entwicklung unserer jungen Spieler wie Niklas Koch, Tammo Göldner und Fynn Brandes, die fast durchgespielt haben. Sie wachsen von Woche zu Woche.“

Fokus auf kommende Aufgaben

Mit Blick auf die kommenden Wochen zeigte sich Pancic vorsichtig optimistisch: „Wir hoffen, dass bald ein, zwei Spieler zurückkehren, damit wir wieder breiter aufgestellt sind. Die Mannschaft will punkten – das hat man in den letzten Spielen deutlich gesehen.“

Weiter geht es für den TSV am kommenden Woche mit einem weiteren Heimspiel: dann ist die HSG Varel zu Gast in der Sporthalle. Anpfiff der Partie am 29. November 2025 ist wie gewohnt um 19.15 Uhr. Tickets gibt es bereits im Onlineshop zu kaufen.

Auf nach Bielfeld – eine neue Chance

Am Sonntag, den 16. November 2025, gastiert der TSV Anderten um 17 Uhr bei der TSG A-H Bielefeld. Die Partie in der Seidensticker Halle steht unter klaren Vorzeichen: Die Hausherren aus Bielefeld befinden sich mit 14:8 Punkten auf dem fünften Tabellenplatz der 3. Liga Nord-West – der TSV Anderten hingegen reist als Tabellenvorletzter mit dem festen Ziel an, das Tabellenende zu verlassen.

Bielefeld im Aufwärtstrend – aber nicht unverwundbar

Die TSG A-H Bielefeld startete durchwachsen in die Saison, hat sich jedoch zuletzt stabilisiert. Besonders der knappe Heimsieg gegen Vinnhorst (29:28) und als der knappe Sieg gegen Wilhelmshaven (28:26) zeigen, wie gefährlich die Ostwestfalen sein können. Gleichzeitig gab es überraschende Ausrutscher wie die Niederlage gegen die GWD Minden II oder die Ahlener SG.

Trainer Robin John warnt daher vor voreiligen Einschätzungen: „Ich glaube, vor der Saison haben viele Bielefeld zum erweiterten Favoritenkreis gezählt – und das nicht ohne Grund. Sie spielen einen sehr reifen Handball, haben eine starke Kreisläuferanbindung aus dem Rückraum und sind auf allen Positionen gut besetzt.“

TSV mit Moral – und letzter Kraft

Beim TSV Anderten bleibt die Personalsituation angespannt. Neben den Langzeitverletzten Jesper Langeheine, Philip Müller und Max Berthold fallen weiterhin auch Flavio Pichiri und Max Mäkel aus. Der ohnehin kleine Kader wird erneut durch Spieler der A-Jugend und zweiten Mannschaft ergänzt – und auch Trainer Robin John wird sich wieder selbst ins Aufgebot eintragen lassen.

Dennoch zeigt sich der Coach kämpferisch: „Wir wollen an die erste Halbzeit aus dem Hamm-Spiel anknüpfen – und dieses Mal zwei konstante Halbzeiten spielen. Wir wissen, dass wir hinten mehr Zweikämpfe gewinnen müssen und vorne die technischen Fehler minimieren – gerade wenn die Kräfte schwinden. Wenn wir das schaffen, ist auch in Bielefeld was möglich.“

Nicht müssen, aber dürfen

Auch wenn das Spiel auf dem Papier eine klare Sache zugunsten der TSG ist, sieht der TSV Anderten die Partie als Chance – nicht als Pflicht: „Gegen Teams wie Hamm oder Bielefeld ‚müssen‘ wir keine Punkte holen – aber wir haben die Möglichkeit, es zu tun. Wenn wir das, was wir letzte Woche in der ersten Hälfte gezeigt haben, auf zwei Halbzeiten bringen, sind wir nicht chancenlos.“, so John.

Mit dieser Einstellung reist der TSV Anderten nach Ostwestfalen – entschlossen, für eine Überraschung zu sorgen.